reflections

Kapitel 1 - Man, bin ich unsportlich

80,75 Kilo. Meine fresse. Das hätte ich wirklich nicht gedacht. Da habe ich doch glatt in den letzten fünf Monaten ganz still und heimlich fast zehn Kilo zugenommen. Das ist unheimlich. So unheimlich, dass ich heute morgen, als ich mich auf die Waage gestellt habe fast Ohnmächtig geworden wäre. Das kommt davon, wenn man den Schritt auf die Waage nie wagt. Denn sonst hätte ich sicherlich schon früher, viel früher gemerkt, dass ich mich in ein tonnenschweres Wesen verwandel, welches eine Gefahr für sich und die Umwelt darstellt. Denn es ist ja wohl gefährlich, wenn man mit zehn Rettungsringen durch die Straßen wankt.

Also ging's schon beim morgentlichen Zähneputzen sportlich zu. Kräftigung der Waden- und Oberschenkelmuskeln. Zwei Minuten und meine Beine taten weh, als wäre ich zehntausend Kilometer gelaufen. Danach ging es meinen Armmuskeln an den Kragen. Mein eigenes Gewicht hochstämmen. Nach einer Minute war ich fix und fertig. Man, bin ich unsportlich. Ich habe nicht mal so viel Kraft und Ausdauer in den Armen, dass ich mich selbst hochstemmen kann. Wie peinlich. Aber das wird ja nun jeden Tag geübt.

28.5.08 15:13, kommentieren

Vorwort - Zehn Rettungsringe und Babyspeck

Vielleicht sollte ich so anfangen: ich bin fett, ich muss abnehmen. Oder wie wäre es einfach mit: ich bin so fett, dass meine Klamotten reißen? Okay, dass mit dem reißen stimmt nicht so ganz, aber ich bin fett. Und das muss sich schleunigst ändern. Schließlich steht der Sommer vor der Tür und mit meinen zehn Rettungsringen kann ich ja wohl schlecht vor die Tür gehen. Untergehen würde ich damit zwar nicht, aber wirklich schick ist es nun mal auch nicht. Also werde ich mich die nächsten Monate zusammen reißen und das ganze durchziehen. Denn nicht nur mein Winterspeck rollt sich über meinen Hosenbund, sondern ich glaube von meinem Babyspeck ist auch noch eine Menge übrig geblieben. Und bin neunzehn Jahren könnte man eigentlich damit rechnen, dass wenigstens der Babyspeck verschwunden ist. Wahrscheinlich ist das bei normalen Menschen auch so. Aber nicht bei mir. Denn scheinbar bin ich weder normal, noch irgendwas anderes. Ich bin Anna, neunzehn Jahre alt und fett. Herzlichen Glückwunsch. Sie haben hundert Punkte.

Morgen geht es dann los. Ich werde mich sportlich betätigen und meine Ernährung umstellen. Keine Cheesburger mehr? Aber da ist doch auch Gemüse drauf. So ein dreck aber auch. Nun ja, ich werde es überleben. Und damit werde ich auch endlich meine zehn Rettungsringe und meinen Babyspeck los. Wunderbar. Hat doch alles seine guten Seiten. Dann stopf ich mich halt die nächsten Monate nicht mit Chips, Schokolade und Fastfood voll, sondern werden kiloweise Salat futtern. Wie so ein Kaninchen. Wundervoll. AnnSo das Kaninchen. Fehlen mir nur noch die langen Ohren und das Fell.

Ich glaube, ich habe angst vor morgen. Kein Nutellabrot mehr. Ich könnte fluchen, lasse es aber lieber. Man weiß ja nie wer das hier so alles ließt. Nachher lesen das irgendwelche kleinen Kinder und dann bin ich Schuld, wenn ich ihnen neue Schimpfwörter beigerbracht habe und werden zu allem übel noch Verurteilt. Anklage: das beibringen unsittlicher Worte, oder so ähnlich. Quatsch mit Soße. Scheiß drauf. Ist nicht mein Ding. Ich habe immer noch schiss. Und der geht einfach nicht weg.

Ich krieche jetzt auf mein Sofa und versuche zu schlafen. Und morgen geht's ab in den Schlund der Hölle...Gute Nacht!

27.5.08 23:41, kommentieren



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